
Die Herz-Jesu-Kirche in Grundlsee
Im Jahre 1882 wurde ein Komitee, bestehend aus 14 Männern, zwecks Errichtung einer Kirche in Grundlsee gegründet. Mit zu den Initiatoren gehörten die hier ansässigen adeligen Familien der Grafen von Meran, Graf Kesselstatt und Fürst Kinsky, welche auch an der Finanzierung erheblich beteiligt waren. Dechant Dr. Köberl, ein gebürtiger Grundlseer, nahm am 19. November 1888 die feierliche Grundsteinlegung vor.
Das Gotteshaus wurde nach Plänen des Ausseer Baumeisters Max Cordignano im neugotischen Stil errichtet. Am 15. September 1889 wurde das Turmkreuz aufgesteckt. Am 12. Juni 1890 wurden die drei Glocken (mit 176, 87, 5 und 48 kg) geweiht und aufgezogen und am 13. Juni 1890 fand die feierliche Weihe der Kirche „Zum Hl. Herz Jesu“ statt.
Die Turmuhr stammte von der sog. „Troadhüttn“, dem Hofkasten auf dem Chlumeckyplatz in Bad Aussee, welcher 1886 abgetragen wurde. Diese Uhr wurde 1957 durch eine elektrisch betriebene und diese später durch eine Funkuhr ersetzt. Das Läutwerk wurde 1970 elektrifiziert. Die Steingewichte mit Eisenring von der Hofkastenuhr stehen heute noch als Randsteine auf dem Kirchplatz.
Drei Glasfenster erhellen den Altarraum. Ein Fenster zeigt den Gekreuzigten mit der Gottesmutter Maria, Maria Salome, dem Apostel Johannes und dem römischen Hauptmann. Das zweite stellt die Ölbergszene dar. Diese Fenster stammen aus der Glaswerkstätte Innsbruck. Das dritte Fenster, eine Darstellung der hl. Barbara mit Bergknappen wurde von Ferdinand Potnik gestiftet.
Die Inneneinrichtung stammt überwiegend aus der Zeit um die Jahrhundertwende. 1977 wurde ein Volksaltar aus einem Teil des ursprünglichen Hochaltares errichtet, der ursprüngliche Mittelteil ist heute das Sakramentshäuschen auf der rechten Kirchenseite.
Die Statuen stellen Jesus, Margaretha Maria Allacoque, Notburga und Antonius von Padua dar, neben dem Sakramentshäuschen stehen die Figuren von Joseph und Maria. Diese holzgeschnitzten Kunstwerke wie auch das Reliefbild „Gottesmutter der Passion“ auf den linken Seite der Kirche und die 14 Kreuzwegstationen kommen aus dem Grödnertal. Die Statue der „Madonna auf der Weltkugel“ stammt wahrscheinlich aus der zweiten Hälfte des 16. Jhs. und ist eine Stiftung der Gräfin Cernin von Chudenitz.
Seit Ostern 2000 ist die Pfarrkirche Herz Jesu auf intensives Betreiben von GR Prof. Anton Steinwender mit einer 12 Register-Orgel der Firma Rieger aus Schwarzach/Vorarlberg ausgestattet.
Die Kirche war zunächst eine Filialkirche der Ausseer Kirche St. Paul und wurde 1952 unter GR Pfarrer Valentin Feiner zur Pfarrkirche erhoben.
Rudolf Schmid (Direktor i. R.)