Diakon Wolfgang Griesebner



 
 

Pastoralassistent u. Ständ. Diakon
Wolfgang Griesebner

Grüß Gott!

Aussee is a lustigs Tol, des sog i ollemol, san schene Menscha drei, do mecht i sei. Der Gstanzlvers drückt aus, was mich wieder hierhergezogen hat. Wobei mit „lustig“ die positive Grundeinstellung, mit Schönheit mehr als das fesche Gesicht und die bodenständige Tracht, und mit „Menscha“ Frauen und Männer gemeint sind. Von 2004 bis 2006 habe ich als von der Sölk einpendelnder pastoraler Mitarbeiter die Gastfreundschaft der „Ausseer“ genossen und jetzt die Möglichkeit gerne angenommen, in der Kranken- und Altenseelsorge mitzuwirken. Bereits als junger Mann faszinierten mich Schicksale und Lebensweisheit der „Älteren Generation“. Ich sehe Menschen im fortgeschrittenen Alter als Gesamtkunstwerke. Vom Leben gezeichnet bekommt jedes Fältchen seinen eigenen Platz und hat seine besondere Geschichte. Wer in den Gesichtern und Herzen lesen kann und will, wird einerseits reich beschenkt und andererseits demütig vor den oft leidvollen Biographien. Die gezeichneten, verletzten Seelen benötigen die christliche Heilsbotschaft: „Nichts ist umsonst, was du durchlebst und da ist Gott, der dich grenzenlos liebt und dich immer in seiner Hand hält“. Vermittlung der Liebe Gottes aber geschieht durch Menschen und wer kaum positive Zuwendung durch seine Mitwelt erfährt, wird auch an einen gütigen Gott nicht glauben können. Ein wesentlicher Faktor zum Gelingen der liebenden Zuwendung, die wir im religiösen Kontext Seelsorge nennen, ist das Zeit haben, Zeit zum Besuchen, zum Zuhören, zum Mitfühlen, zum Beten. Die Fokussierung der Seelsorge auf den Priester war und ist wegen des großen Bedarfes eine Illusion. Seelsorge, Nächstenliebe, passiert in jeder gegenseitigen Aufmerksamkeit die zum Heil werden beiträgt und ist Gottes Zumutung an alle, nach den je persönlichen Möglichkeiten. In Dankbarkeit denke ich in diesem Zusammenhang an die vielen Ehrenamtlichen, die ihre Zeit für alte, kranke, behinderte Menschen zur Verfügung stellen, und ihnen damit, trotz aller Einschränkungen, Hoffnung vermitteln. Dabei im Ausseerland mitarbeiten zu dürfen, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit. Ich werde jeweils Dienstag (bei Verhinderung an einem anderen Wochentag) in Aussee sein und komme am Vormittag für einige Stunden ins Seniorenzentrum und besuche am Nachmittag die Kranken im LKH.

 

Mit guten Segenswünschen

Wolfgang Griesebner, Ständ. Diakon und Pastoralassistent

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