
Die Spitalkirche (zum Heiligen Geist) am Meranplatz
in Bad
Aussee
Die Kirche und das Spital wurden kurz vor 1395 erbaut.
Nach einem Brand im Jahr 1543
erfolgte 1553 eine Wiederherstellung.
3jochiger Kirchenraum mit 5/8-Schluss, Kreuzrippengewölbe mit Konsolen (im Chorschluss 2 Kopf- und eine Figurenkonsole). Runde Schlusssteine. Schlanke spitzbogige Fenster ohne Maßwerk. W-Empore auf Stichkappentone, an der Brüstung Inschr. 1553 über Wiederherstellung durch König Ferdinand I. Außen einmal abgetreppte Strebepfeiler.
Einjochige gleichzeitige S-Kapelle, ebenfalls kreuzrippengewölbt, zur Kirche durch Rundbogen geöffnet. Spitzbogenfenster mit figuralem Glasgemälde 1898. An der S-Wand Stiftungsinschrift des Salzverwesers Hans Herzheimer von 1498. Südlich der Kapelle kleine Sakristei.
Über Kirche, Nebenräume und anschließenden Spitalsräumen einheitliches hohes Satteldach mit Schindeldeckung. 8seitiger leicht vorkragender Dachreiter mit Spitzhelm im O.
Wandmalereien: Neben Eingang zur S-Kapelle ungläubiger Thomas, ergänzt, nach M. 15. Jh. An den Schildmauern des gotischen Gewölbes bedeutender Zyklus, um 1553, z. T. mit Konkordanzdarstellungen: Geburt Christi, Ölberg, Kreuzigung, Auferstehung, Himmelfahrt, Aussendung des Hl. Geistes; Elias und Elisäus, Errettung des Jonas, Eherne Schlange. Die von protestantischer Geistigkeit beeinflussten Sekkomalereien stehen dem Salzburger Hans Bocksberger d. Ä. nahe. Über dem rundbogigen N-Portal außen Weltgerichtsfresko, um 1554.
Bedeutender, 1449 dat., nur gemalter Flügelaltar, eine Stiftung Kaiser Friedrichs III.
Mittelbild Gnadenstuhl
mit Aposteln. Flügel:
Sonntagsseiten je 8 betende Heilige, Werktagsseiten Verkündigung, Heimsuchung,
Geburt Christi, Anbetung der Hl. 3 Könige, Standflügel mit je 2 weiblichen
Heiligen. Predella mit von Engeln gehaltenem
Schweißtuch, Wappen Österreich und Steiermark, Devise Friedrichs III. (AEIOU).
Ein weiterer kleiner gemalter Flügelaltar um 1480-1490 in der S-Kapelle: Breitrechteckige Mitteltafel mit den 14 Nothelfern; Flügelinnenseiten mit je 6 Aposteln, außen Christus am Ölberg sowie 3 Heilige (Sebastian, Rochus, Wolfgang). Über dem Altärchen Tafel, Christus mit den 12 Aposteln, 16. Jh.
Einige gotische Figuren: Hl. Georg um 1400, Maria Magdalena E. 15. Jahrhundert, Hl. Sebastian und Christophorus E. 15./A. 16. Jahrhundert, Hl. Florian 1. V. 16. Jh., am Harnisch Herzheimerwappen.
In der Chorschräge gotische Nische mit Schmiedeeisengitter, darin barocke Statue Christus im Kerker, davor Schmerzhafte Maria, beide 1. H. 18. Jh.
Kleine frühbarocke Orgel (Tragpositiv) mit Flügeltüren, um
1700. Kirchenbänke 17. Jh.; 2 schmiedeeiserne Wandarme im Chor gleichzeitig.
Quelle: Dehio Steiermark