Ausseer Faschingspredigt 2011

Aussee ist anders! Eben war Aussee noch Alpenstadt 2010. Kaum, dass man die Staffel weitergereicht hat, gilt es schon wieder zu feiern: 100 Jahre Kurort „Bad“ Aussee. Die Feier wird sicherlich typisch ausseerisch zeit- und stilgerecht über die Bühne gehen, d. h. sie wird untergehen - im Ausseer Fasching. Denn just am Faschingdienstag wären es genau 100 Jahre, dass der damalige Bürgermeister im Gemeinderat die Frohbotschaft verkündete, dass aus Aussee nun der Kurort „Bad Aussee“ wird. Eine eigene Festsitzung wurde dazu für den 8. März 2011 von Hochstetter und Wasner beantragt, aber Rot und Schwarz haben auf den Kalender geschaut und die Sache durchschaut. Den beiden Obernarren wollte man den Triumph nicht gönnen: Am Fasching-Dienstag hätten die Narren nämlich mit einer 100%igen Mehrheit rechnen können. So wird es, wenn überhaupt, wohl erst rund um den 16. März eine entsprechende Feier geben! Das ist dann schon in der Fastenzeit, das kommt billiger und die Herrschaft der Narren sollte dann wohl vorbei sein – aber ganz sicher kann man sich da in der Politik nie sein…

 

Aussee ist anders! Unter der Oberaufsicht von Hannes Androsch heißt es nun „Österreich darf nicht sitzen bleiben!“ Der Emil Strenberger hat dazu als erster seinen Protest angemeldet: „Just werde ich sitzen bleiben. Den Platz am Bankerl am Meranplatz, den lass ich mir doch von niemanden nehmen, von keinem Volksbegehren nicht, von keinem Salzbaron nicht, von nichts und niemandem!“ Der Hans Brandauer wird ihm beipflichten: „Mich bringt hier nichts weg. Ich hab meinen Standpunkt gefunden und da bleib ich. Ich will doch nicht weg vom Fenster sein!“ Auch die Gössler Kirchengemeinde wird weiterhin auf ihr Privileg pochen und es sich nicht nehmen zu lassen: „Wenn alle überall auf der Welt zum Hochgebet bei der Messe aufstehen. Gössl bleibt sitzen! In Gössl bleibt man sitzen, aus basta und auweh, auweh!“

Dafür rüstet sich Gössl bereits für die großen Feierlichkeiten am 10. August: 190 Jahre Dorfkirche Gössl, 190 Jahre hl. Messe in Gössl. Unlängst musste der Pfarrer zu einer Vorbesprechung dieser großen Feierlichkeiten in den Pfarrhof zurück eilen. Er hatte keine Zeit mehr für ein Gespräch mit dem Honey Hollwöger. Einen Annerl Sepp und den Kölbl Peter darf man nicht warten lassen, schon gar nicht wenn um Gössl geht, um den Gössler Dom! Die Wichtigkeit dieser 190-Jahr-Feier hat der Honey nicht wirklich zu würdigen gewusst. Er hat dem Pfarrer zugerufen: „Wäre wohl gescheiter, sie täten 10 Jahre warten!“ – Aussee ist anders, Gössl erst recht. Wer es fassen kann, der fasse es! Wie heißt es doch so schön: Gut, besser, Gössl!

 

Aber kommen wir zum schon angesprochenen Bildungsvolksbegehren. Das ist wirklich höchst an der Zeit, höchst notwendig und längst fällig. Die LehrerInnen wissen davon schon lange ein Lied zu singen. Bei manchen Eltern dauert es z. T. noch. Ein Vater, inzwischen von der Notwendigkeit des Bildungsvolksbegehrens überzeugt, wurde durch folgende Anekdote „bekehrt“:

Der Sohn fragt den Vater: Du Papa, wie schreibt man Sex? Mit x oder mit ks?

Papa: Mit x!

Sohn: Du Papa, wie schreibt ma Sperma? Mit b oder mit p?

Papa: Mit p!

Sohn: Du Papa, wie schreibt man Vorhaut? Mit t oder mit d?

Papa: Jo sapperlot no amoi, was schreibst du denn da für einen Aufsatz in der 2. Kl. VS?

Sohn: Unser Lehrer hat gesagt, wir sollen als Hausaufgabe einen Aufsatz über unseren Hund schreiben!

Papa: Aha, dann, Bub, lies mir doch einmal aus deinem Aufsatz vor.

Sohn: „Unser Hund ist sex Jahre alt. Wenn wir mit ihm fortfahren, sperrma ihn hinten ein, damit es ihn beim Bremsen nicht vorhaut…!

Naja, der Kampf mit der Rechtschreibung, aber wenn niemand mehr sitzen bleibt, dann wird wohl alles besser werden…

 

Bleiben wir beim Thema Bildung, Schule, etc.:

Ein Lehrer fragt einmal eine Mutter: „Von wem hat denn ihr Sohn eigentlichen diesen ungeheuren Wissensdurst?“ Antwort der Mutter: „Das Wissen hat er von mir, den Durst vom Vater…!“

Die RL Eva Ebner ist ja zugleich die sog. „Vertrauenslehrerin“ der HS 2. Ihr bleibt nichts verborgen und sie ist besonders aufmerksam für die Sorgen der Schüler. So fragt sie einmal: „Peter, du siehst heute ja ganz blass aus. Hast du etwa Angst vor meinen Fragen?“ Antwort von Peter: „Nein, vor Ihren Fragen hab ich keine Angst, aber vor meinen Antworten!“

Ein Student schickt ein SMS an seinen Bruder daheim: „Prüfung nicht bestanden. Bereite Vater vor!“ Der Bruder smst nach einer Zeit zurück: „Vater vorbereitet. Bereite dich vor!“

Der Sohn des Hauses übt auf dem Klavier, gut zwei Stunden schon. Da läutet es an der Tür. Die Mutter öffnet, zwei Polizisten stehen draußen. „Was ist denn passiert?“, fragt die Mutter erschrocken. „Das werden wir erst sehen“, antwortet einer der Polizisten, „wir haben einen Anruf bekommen, dass in Ihrer Wohnung jemand ganz brutal auf einen gewissen Herrn Mozart einschlägt!“

Es ist halt nicht so leicht mit der Bildung – in der Schule nicht, zu Hause nicht und erst recht nicht an der Uni.

 

Auch mit dem Glauben ist es nicht so leicht! Dazu zwei Ansagen von Albert Schweitzer: „Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in einer Garage steht.“ Derselbe noch einmal: „Je mehr die Menschen an die Sterne glauben, desto weniger glauben sie an das, was über den Sternen ist.“

Dass die Kirche 2010 ein ganz schwieriges Jahr gehabt hat, ist wohl allen klar. Dass sich seither viel in der Kirche getan und verändert hat, das ist nicht so vielen klar. Zum sog. Reformstau in der Kirche fällt mir – ich weiß auch nicht wieso – folgende Anekdote ein: „Was ist denn dir passiert?“, fragt eine Schnecke die andere. „Ach, du meinst mein blaues Auge? Halb so schlimm. Ich bin gestern so vor mich hin gekrochen und da schießt plötzlich ein Pilz aus dem Boden…“ - Soviel zum Tempo von Veränderungen in der Kirche…

 

Damit können wir gleich übergehen zu den großen Veranstaltungen im Kirchenjahr, bei denen sich eine Vielzahl von Ehrenamtlichen in den Dienst der Pfarre stellt. 2011 ist zudem ja das Jahr der Ehrenamtlichen. Dazu habe ich zwei sehr schöne Zitate gefunden: „Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand – und beim Ehrenamt gibt er auch ein Herz dazu.“ Das zweite Zitat lautet: „Ehrenamtliche, das sind die Amateure, ohne deren Hilfe die Profis nicht erfolgreich sein könnten.“ Pfarrfest, Pfarrball, Flohmarkt, Weihnachtsmarkt – nichts würde funktionieren ohne freiwilliges Engagement, ohne Ehrenamtliche!

Apropos Pfarrball: Ein ziemlich selbstbewusster Ballbesucher hat zu seiner neuen Freundin gesagt: „Das Tanzen hab ich nicht beim Engel und nicht beim Holzinger gelernt, sondern beim Fernsehen!“ Antwort der Freundin: „Das merkt man auch. Du tanzt nämlich auch die Störungen mit.“

Der Sepp holt schon zum vierten Mal dieselbe Frau zum Tanz. Sie: „Du tanzt wohl gerne?“ Er: „Ja, sehr sogar!“ Sie: „Und warum lernst du es dann nicht?“

Zum Thema Flohmarkt gibt es zwei klassische Flohmarkt-Witze: Beim Flohmarkt gehört das Wühlen bekanntlich dazu. Also darf man hier bei den Witzen schon einmal etwas tiefer hineingreifen, in die unteren Ladeln sozusagen: Ein Ami, ein Chinese und ein Pole befinden sich schon lange auf einer einsamen Insel. Als erstem wird’s dem Ami zu lang. Er springt ins Meer und ruft: „Auf nach Amerika!“ Dann reicht es auch dem Chinesen. Er springt ins Wasser und ruft: „Auf nach China!“ Der Pole schaut sich scheu um, ob ihn niemand sieht, geht ins Wasser uns sagt: „Auf zum Flohmarkt!“

Ein Angebertyp Marke „Zuhälter“ erzählt seinen Freunden: „Vor kurzem war ich auf dem Flohmarkt, coole Sache, sag ich euch. Da hab ich ein Goldketterl bekommen für meine Freundin. War wirklich ein guter Tausch!“

Ganz kurz fällt mir auch zum Weihnachtsmarkt etwas ein. Ich hab da in aller vorweihnachtlichen Stille nämlich einmal ein Gespräch belauscht – zwischen zwei Rosinen! Sagt die eine Rosine zur anderen: „Warum hast du denn so eine komische Lampe auf dem Kopf?“ Antwort der anderen: „Ich muss ja gleich in den Stollen hinein!“ – Hl. Barbara, hilf!

 

Nicht nur für die Menschlichkeit im Land, auch für unser Projekt Kirchplatzgestaltung bedeutet das Bettelverbot einen herben Rückschlag: Prof. Franz Reichhold hat das schon am eigenen Leib erlebt. Er wollte sich für die gute Sache als Strassenmusiker verwenden. Weil in Aussee da wenig zu holen ist, ist er nach Graz gefahren und hat in der Herrengasse aufgespielt. Aber nicht lange! Bald schon ist ein Polizist zur Stelle gewesen. Der Polizist fragt ihn nach seiner Spielerlaubnis. „Hab’ keine!“ lautet Reichholds Antwort. Worauf der Ordnungshüter ihn freundlich aber unmissverständlich auffordert: „Bitte begleiten Sie mich!“ Ebenso freundlich ist die Antwort unseres Herrn Direktors gewesen: „Aber gerne! Was wollen Sie denn singen?“

 

Damit kommen wir beim Thema „Ehe und Hochzeit“: Sir Alfred Hitchcock hat dazu folgende Weisheit von sich gegeben: „Richtig verheiratet ist erst der Mann, der jedes Wort versteht, das seine Frau nicht gesagt hat.“ Auch Montaigne hat Interessantes zur Ehe gesagt, das sogar Papst Johannes Paul I. zitiert hat: „Die Ehe ist wie ein Käfig: die draußen sind, tun alles, um hineinzukommen. Die drinnen sind, tun alles um herauszukommen.“

Zum Thema Hochzeit noch schnell der Bericht von einem unerwarteten Zwischenfall. Zwei Buben schauen zu wie gerade eine große Hochzeitsgesellschaft vom Standesamt zur Kirche geht. Sagt der eine: „Was meinst du, sollten wir die beiden nicht ein wenig erschrecken?“ „O ja“, sagt der zweite, läuft zum Bräutigam hin und ruft ganz laut: „Hallo, Papa!“ Eine kurze Frage hab ich noch zum Thema „Ehe“: „Wer weiß eigentlich, welche Strafe auf Bigamie steht? – Zwei Schwiegermütter!“

 

Die Themen „Geburt“ und „Taufe“ dürfen nicht fehlen: Der Anfang ist bekanntlich sehr wichtig und oft schon entscheidend fürs ganze weite Leben.

Freudestrahlend kommt ein junger Vater an seinen Arbeitsplatz und berichtet: „Ich bin heute Vater geworden! Und der Kleine ist mir wie aus dem Gesicht geschnitten!“ Kommentar eines Kollegen: „Ach was, mach dir nichts draus. Die Hauptsache ist doch, dass das Kind gesund ist!“  

Es dürfte allgemein bekannt sein, dass Diakon Wolfgang Griesebner Vater von 7 Töchtern ist. Bei der Geburt des siebenten Kindes hat sich folgende bisher verborgene Geschichte ereignet: Die Hebamme hat dem stolzen Vater das Kind entgegengehalten. „Hurra, ein Bub!“, hat der Wolfgang begeistert gerufen. „Nach 6 Mädchen, endlich ein Bub!“ Antwort der Hebamme: „Nein. Es ist wieder ein Mädchen – und jetzt lassen sie bitte meinen Finger los!“

 

Nomen est omen heißt es schon seit den Tagen der alten Römer. Das stimmt aber nicht immer. So ist z. B. nicht jeder reich, der Reich heißt, neben Österreich gibt es auch Österarm! Ein Marl (sprich „Madl“) und ein Frosch können in Aussee ganz gestandene Männer sein. Eh schon wissen: Aussee ist anders! Und Brei ist nicht gleich Brei. Brei hat auch Knochen, wie der singende Pfarrer schmerzhaft erfahren musste…

Dass der ohnedies schon lange Bischof Egon Kapellari verlängert wurde, ist purer Luxus, die Verjüngung beim Generalvikar ist einfach nur paradox! Die Losung „Verjüngung durch Alterung“ im Generalvikariat ist schwer verständlich. Das muss schon der Journalist der Kleinen Zeitung aufklären, was er sich dabei gedacht hat, falls er sich dabei etwas gedacht hat. Fakt ist jedenfalls, dass unser neuer Herr Generalvikar Jahrgang 1943 ist, der scheidende Generalvikar aber ist Jahrgang 1947. Wirklich eigenartig, echt paradox, diese Verjüngung in der steirischen Kirche…

Kaplan Markus Choi steht schwer unter Verdacht, dass er im Jänner bei seinem Ägypten-Urlaub seine Kontakte genützt hat, um das Regime von Mubarak zu stürzen. Jedenfalls war er nach dem Urlaub besonders gut gelaunt und das auch bei seiner Panne auf der Autobahn in der Nähe von Kammern. Als ein Polizist zu ihm gekommen ist und gemeint hat „Das kostet 700,-- Euro!“ hat Markus freundlich aber bestimmt gemeint: „Ist gut. Für 700,-- Euro können Sie das Auto haben!“ – Offenbar ist aus dem Deal nichts geworden. In der Alpenpost vom 3. Februar 2011 war nämlich folgendes zu lesen: „Das gefällt der Alpenpost, dass die Firma Maweko dem Ausseerlandkaplan Mag. Markus Choi nach seiner Panne auf der Autobahn bei Kammern rasch und großzügig geholfen und sein Auto wieder bestens in Schuss gebracht hat, so dass seinem Dienst als Kaplan in den verbleibenden Monaten bis zu seinem Abschied im Sommer ‚technisch’ nichts mehr im Wege stehen sollte.“

 

Im Juli wird übrigens sein Heimatbischof Ahn Aussee besuchen. Im Herbst kommt der Militärbischof zu uns und bereits am 25. März haben wir den Innsbrucker Bischof Dr. Manfred Scheuer beim Symposium „Ökumene der Märtyrer“ zu Gast. Wenn ein Bischof kommt, dann spricht man von einer Visitation. Visitationen sind meist etwas sehr Förmliches. Das soll nun die abschließende Anekdote aus dem brasilianischen Urwald belegen:

Bischof: Wann haben Sie das letzte Mal gebeichtet?

Pfarrer: Vor drei Jahren.

Bischof: Ist das nicht ein bisschen lange her?

Pfarrer: Schauen Sie, Exzellenz, ich habe 300 km bis zum nächsten Priester, da bin ich ein paar Wochen unterwegs.

Bischof: Die Möglichkeit zu fliegen, haben Sie wohl nicht erwogen?

Pfarrer: Doch, aber für lässliche Sünden ist mir das zu teuer – und für eine Todsünde zu gefährlich.

 

Übrigens: Damit die Gnade des Bußsakramentes überhaupt wirksam werden kann, muss zuvor schon gesündigt werden. Was tut das mit uns? Darauf soll sich jeder und jede selbst einen Reim machen: „Ich haben fertig!“ Amen.