Jahresschluss-Gottesdienst in Bad Aussee am 31. 12. 2010 um 17.00 Uhr
Jahresschluss-Gottesdienst! Wir schließen wieder
einmal eine Tür unseres Lebens, die Tür für das Jahr 2010. Dieses Jahr gehört
damit unwiederbringlich der Vergangenheit an. Es ist unwiderruflich vorbei, ein
für alle mal. In diesem Jahr war Bad Aussee und damit die gesamte Region
„Alpenstadt 2010“. Im Sommer
hat das Kulturfestival „Regionale 10“
ein kräftiges Lebenszeichen im ganzen Bezirk gegeben und auch vor Ort ein paar
sehr gelungene Veranstaltungen zusätzlich ins Ausseerland gebracht. In unserer
Diözese stand das Jahr 2010 ganz unter dem Motto
„auf Christus schauen“. Die
ca. 600 Jahre alte „Schöne Madonna von Aussee“ war Teil einer steiermarkweiten
Ausstellung unseres Diözesanmuseums. „Auf Christus schauen“ lautet auch der
Titel des Buches, das diese Ausstellung dokumentiert. „Auf Christus schauen“ –
das bleibt Programm und Auftrag im Neuen Jahr.
Wir schließen eine Tür, wir
dürfen zugleich wieder eine Tür öffnen, die Tür zum Jahr 2011. Vor uns liegt
etwas Neues, ein neues Jahr, eine neue Zeit, Gabe und Aufgabe zugleich. Wir
schließen und wir öffnen also am diesem Silvestertag. So legen wir unseren Dank
hinein in diese Feier, für alles, was wir empfangen haben und was wir geben
konnten. Genauso sprechen wir die Bitte um Vergebung aus - für alles bloß
Bruchstückhafte, für unser Versagen. Alles, das Gute und das Böse, das Gelungene
und das, was uns misslungen ist, legen wir in Gottes Hand. Wir tun es im
Vertrauen, dass er der Gnädige ist, dass er barmherzig ist. Er nimmt uns und
unser Jahreswerk so an, wie es nun einmal ist. Zugleich wissen wir, dass er oft
auch noch auf so manchen krummen Zeilen unseres Lebens gerade schreiben kann,
dass er auch noch aus dem Mist, den wir dort und da gebaut haben, etwas Gutes
machen kann. Wie heißt es doch so schön: „Jede
ist für etwas gut. Jeder dient zu etwas – und sei es auch nur als schlechtes
Beispiel!“
Wenden wir uns nun aber dem
üblichen Jahresrückblick zu, lassen wir die Zahlen und Fakten bei der Spendung
von Sakramenten und Sakramentalien sprechen:
2010 wurden in
Bad Aussee 28 Kinder getauft,
22 Buben und 6 Mädchen – 28 heuer, 2009 waren es 29. Von den 28 waren 21
einheimische Kinder, 7 sind von auswärts gekommen. Die Kinder wurden durch das
Bad der Wiedergeburt aus Wasser und Hl. Geist in unsere Pfarre aufgenommen, in
die Gemeinschaft der Schwestern und Brüder Jesu Christi. Seither sind sie also
„Christen“, gehören zu Jesus dem Christus, zur Gemeinschaft derer, die von ihm
gerufen und berufen sind.
32 Kinder haben
zum ersten Mal die hl. Kommunion empfangen, 13 Buben
und 19 Mädchen – 2009 waren es 38. In diesem Schuljahr sind die Kinder der 3.
Klasse VS zum ersten Mal zur Beichte gegangen: Der Priester hat ihnen das Wort
der Umkehr und der Versöhnung in Gottes Namen zugesprochen. Sie sind noch
unterwegs hin zur vollen Gemeinschaft mit der Kirche. Denn
die initiatio christiana (die
„Eingliederung in die Kirche“), ist ja erst durch die Firmung abgeschlossen,
wenn die jungen Leute bewusst „ja“ sagen, dass sie zur Kirche gehören wollen.
Das haben heuer in Bad Aussee 51
Firmlinge getan (28 Buben und 23 Mädchen), 2009 waren es nur 42. Sie sind
mit der Kraft aus der Höhe, mit dem Hl. Geist besiegelt und bestärkt worden.
6 Brautpaare
haben sich heuer in unserer Kirche das sakramentale Ja-Wort gegeben, im Vorjahr
waren es auch 6: 3 einheimische und 3 auswärtige Paare! Sie wollen nun in guten
und in bösen Tagen, durch dick und dünn zueinander stehen. Sie haben sich nicht
nur etwas getraut, sie haben sich im wahrsten Sinn des Wortes getraut. Im
Ehesakrament sind sie nun berufen ein Zeichen zu sein, einerseits für die Liebe
Gottes zur Welt, andererseits für die Treue Christi zur Kirche.
41 Personen sind
in diesem Jahr kirchlich begraben worden, dazu kommen
10 Verstorbene o.r.B. und 2 evangelische –
insgesamt also 53 Todesfälle in Bad Aussee, im Vorjahr waren es 66.
Wir haben unsere
Verstorbenen dem zurückgegeben, der sie uns für eine gewisse Zeit unseres Lebens
gegeben und aufgegeben hat. In unseren Gebeten, v. a. bei jeder hl. Messe
gedenken wir selbstverständlich immer der Verstorbenen. Und es ist ein guter
Brauch, dass die Angehörigen meist auch persönlich da sind, wenn für jemanden
aus der Familie die Mess-Intention ist. Die Verstorbenen sind nicht von uns
gegangen, sie sind uns nur voraus gegangen. Sie mögen nun im Frieden ruhen.
91 Personen haben
unserer Gemeinschaft den Rücken gekehrt und sind aus
der Kirche ausgetreten! 2009 waren es 35. Keine einzige ausgetretene Person hat
zum Kreis der sog. „Kirchgeher“
gehört, wobei das in Bad Aussee keine Kunst ist, weil hier ja 96 % der
Katholiken der Sonntagspflicht nicht nachkommen. Diese Steigerung fast ums
Dreifache liegt weit über dem österreichweiten Durchschnitt. Die Gründe für den
Austritt liegen für das Jahr 2010 auf der Hand… Leider haben im Pfarrverband nur
3 Personen nach der dreimonatigen Nachdenkzeit über den Austritt, diesen
drastischen Schritt widerrufen. Die Konsequenzen müssen
beide tragen und aushalten – die
Ausgetretenen genauso wie Kirche. Heuer hat es in Bad Aussee nur zwei
Wiedereintritte in die katholische Kirche gegeben, genauso wie 2009.
Im Jakobusbrief heißt es:
„Ist jemand krank bei euch, dann ruft die
Priester. Sie sollen kommen, den Kranken die Hände auflegen und sie segnen.“
So ist das Sakrament der Krankensalbung entstanden. Im Jahr 2010 hat es im
Pfarrverband ca. 20 Krankensalbungen gegeben. Dazu kommen noch gut 40
weitere Krankensalbungen - und zwar bei unseren jährlichen
Seniorengottesdiensten im November rund um das Fest der hl. Elisabeth, der
Patronin der Caritas. Die Krankensalbung kann ja mehrmals im Leben empfangen
werden. Es ist schade, dass dieses Sakrament für die Kranken den Geruch der sog.
„letzten Ölung“ einfach nicht
wegbekommt.
In Gottes Namen hat unser
Leben als Christen in der Taufe begonnen. In seinem Namen lasst uns dieses Jahr
2010 beschließen und in ein neues Jahr gelassen hinein gehen. Auch 2011 möge
wieder ein Jahr „im Herrn“ sein, wie
man früher einmal gesagt: anno domini.
Vertrauen wir uns seiner Führung und seiner Fügung an, damit es ein gesegnetes,
ein gutes und gesundes neues Jahr werde. Mit D. Bonhoeffer gesprochen:
„Von guten Mächten
wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am
Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Von guten Mächten treu
und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit
euch leben – und mit euch gehen in ein neues Jahr.“ –
So sei es! Amen.